Nach der ein bisschen anstrengenden Ankunft in Alice Springs wurden wir am nächsten Tag pünktlich um 05.55 Uhr in unserem Hotel abgeholt für unsere 3-tägige Outback-Tour.
1. Tag
Der Ort Ayers Rock ist ca. 450km von Alice Springs entfernt. Das heisst, diese Strecke wurde am ersten Tag bewältigt, mit einem Zwischenhalt bei einer Kamelfarm. Mehr als die Kamele interessierte uns dort eine zahme Dingo-Hündin welche sich auch streicheln liess.

Während der Weiterfahrt machte dann unser Tourguide irgendwann mal die Klimaanlage an, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass da keine kalte Luft kam sondern dass dies einfach die Belüftung sein musste. Als es dann immer heisser wurde im Bus ging ich zu Brice (Tourguide) und bat ihn darum, es kälter einzustellen. Er drehte irgendwas an einem Schalter und ich dachte nun ist’s gut. Aber es änderte sich nichts, im Gegenteil, es wurde immer wärmer! Wir schwitzten was das Zeug hält. Beim nächsten Zwischenstop für Toilette etc. sagten wir ihm nochmals dass es unglaublich heiss ist bei uns in den hinteren Reihen, und da merkte er plötzlich dass er die Heizung angestellt hatte und nicht die Klimaanlage! Puuuhhh! ;-)
Danach fuhren wir weiter zu den Kata Tjuta (Olgas), eine beeindruckende Ansammlung von runden Monolithen. Super schön!

Den Sonnenuntergang verfolgten wir in geraumer Entfernung vom Uluru. Beeindruckend, erst glänzt er in orange, dann in noch farbintensiveren und dunkleren Rottönen, bis die Farbe verblasst und alles schwarz wird. Am nächsten Tag war dann geplant den Felsen von der Nähe aus zu betrachten.

Dann fuhren wir zum Basis Lager in Ayers Rock. Die Zelte sahen von aussen aus wie diese auf Fraser Island, waren dann aber bei weitem nicht so komfortabel (kein Licht, keine Nachttischchen und keine Bettlaken). Wir hatten ja unsere Schlafsäcke mitgebracht und wir schliefen erstaunlich gut, wohl auch weil es zwar tagsüber sehr heiss war, nachts aber bis auf 15 Grad abgekühlt hat.
2. Tag
Um 05.15 Uhr war Tagwache! Ziel war es, den Sonnenaufgang direkt vor dem Uluru zu bewundern. War wunderschön. Danach marschierten wir um den Felsen und Brice erklärte hie und da etwas zur Tier- und Pflanzenwelt, Geologie und Mythologie. Es ist schwer die Schönheit und die Besonderheit dieses riesigen Monolithen zu erklären, man muss es fast selbst erlebt haben. Auch der rote Sand überall macht die Landschaft einfach einmalig.


Uluru nach Sonnenaufgang, der Mond ist auch noch zu sehen..
Am Nachmittag packten wir unsere Sachen und fuhren weiter zur Kings Creek Station, Ausgangspunkt für den Kings Canyon am nächsten Tag. Nach Sonnenuntergang kam ein wunderschöner Mond zum Vorschein, gross und dunkelgelb leuchtend stand er über unseren Zelten. Auch die Sterne liessen sich bestens bewundern.
3. Tag
Aufstehen um 05.00 Uhr!! Ufff… ZZZzzzzzZZzZZZZzzz.. ;-)
Die Fahrt zum Kings Canyon dauerte nicht lange und Brice erklärte uns, dass es entweder einen kurzen Marsch (1 Std.) oder einen langen Marsch (3 Std.) zu wählen gab. Der längere beinhaltete einen anstrengenden Aufstieg hinauf auf die Spitze des Canyon und dann rundherum bis ans andere Ende und der kürzere war ein Walk in der Schlucht. Wir wählten den kürzeren, nicht weil es uns zu anstrengend gewesen wäre, sondern weil Brice einfach immer einen mega Stress machte und uns hetzte. An der Infotafel war zu lesen, dass man für den langen Marsch mind. 3.5 Std. braucht, eher 4, er wollte aber in 3 Std. zurück sein und bis es dann wirklich los ging hätten wir nur noch 2 Std. u. 45 Min. Zeit gehabt. Wir hatten keine Lust in einem Affentempo den Berg raufzukrakseln und die Atmosphäre nicht geniessen zu können. So machten wir also den kurzen Walk im Tal und zurück. Ich und eine deutsche Frau aus der Gruppe entschieden uns dann, noch den Aufstieg auf die Spitze des Canyon zu machen um die Aussicht zu geniessen, dann aber auf denselbem Weg wieder runter zu klettern. Hat sich definitiv auch gelohnt, die Sicht in die Schlucht und auf die Landschaft rundherum war super.

Nachher hatten wir noch ein Highlight tierischer Art: Als wir auf die Gruppe warteten welche den langen Marsch gewählt hatte, hörte ich plötzlich einen Schrei einer Frau nicht weit entfernt. Ich rannte hin und da bahnte sich eine Schlange ihren Weg ins nächste Gebüsch, die Frau hatte sich nur erschrocken. Dachte mir gleich, das könnte eine Braun-Schlange sein, und der Guide einer anderen Gruppe bestätigte dies dann. Diese Schlange gehört zu den giftigsten der Welt, ihr Biss kann binnen weniger Minuten tödlich sein. Aber sie schlängelte sich ganz friedlich über den Fussweg und wir betrachteten sie mit der nötigen Vorsicht. Wow hatten wir eine Freude! :-)

Schliesslich kam dann die andere Gruppe punktgenau nach 3 Std. auch zum Bus zurück und Brice drängte sogleich zur Weiterfahrt. Warum auch immer, denn nächstes Ziel war lediglich ein Resort in der Kings Creek Station um dort zu Mittag zu essen (unsere selbstgemachten Sandwichs), und dies 1.5 Std. lang.
Dann traten wir die Heimfahrt an. Puuh hatte das Gefühl die endet nicht mehr, wir fuhren um die 6 Stunden!
Um 19.00 Uhr waren wir wieder im Hotel in Alice Springs und haben zuerst mal ausgiebig geduscht. Der rote Sand klebte überall! ;-)
Abschliessend bleibt zu sagen, dass es uns unheimlich gut gefallen hat im Outback in Zentralaustralien.
Nur leider war unser Guide dieses Mal nicht gerade toll, immer in einer Hektik, wusste alles besser, war ernst und wie schon angedeutet war alles immer bis auf die Minute geplant. Für alle die den Film Matrix gesehen haben, er erinnerte mich in Aussehen und Verhalten stark an Agent Smith ;-).
Sein Zeitplan musste aufgehen, sonst war er noch gestresster als sonst, d.h. am Morgen erinnerte er uns in regelmässigen Abständen wie viele Minuten wir noch bis zur Abfahrt haben, und dann liess er bereits 10 Min. davor den Motor des Busses laufen um sicher zu gehen dass wir uns auch beeilten. Und wenn wir dann Mal einen Moment der Gemütlichkeit geschaffen hatten wie z.B. als wir alle abends um das Feuer herum sassen, kam er und erinnerte uns daran, dass alles noch aufgeräumt werden sollte. Beim Rüsten des Gemüses für das Abendessen erklärte er Mami sie soll es auf seine Art machen, sonst schneide sie sich in den Finger.
Wir empfanden dies alles als recht störend, gerade in dieser einmaligen Atmosphäre sollte man die Zeit und die Ruhe haben, die schönen Eindrücke auf sich wirken lassen zu können. Irgendwie wünschten wir uns Alex von der Fraser Island Tour zurück. Der hatte alles so super organisiert gehabt und war mega nett. :-) Aber wir machten das Beste draus und lachten wenn möglich über das komische Verhalten von Brice.
So heute Mittag geht’s ab nach Sydney, wo das Wetter scheinbar im Moment noch trüb ist, ab Samstag aber besser werden soll. Wir sind gespannt.